· 

Angst

 

Leben macht gerade Angst.

Nicht, weil es uns schlecht geht, sondern weil wir fürchten, dass es uns bald schlechter gehen könnte. Veränderung spüren wir überall – in der Gesellschaft, in der Politik, in unserem Alltag. Veränderung macht Angst.

 

Woran spürst du sie gerade in deinem Leben?

 

In meinem Umfeld sind es viele junge Menschen, die Angst zeigen. Sie wirken schnell überfordert, fühlen sich unter Leistungsdruck, sehnen sich nach Stabilität und Ritualen.

Heute ist es salonfähiger, Angst zu zeigen und Hilfe zu suchen – und das ist gut so.

Angst ist buchstäblich ein Signal für fehlenden Boden.

 

Wo spürst du diesen Boden – oder das Fehlen von ihm?

Welche kleinen Rituale oder Sicherheiten tragen dich gerade?

 

Angst ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein Zustand des Nervensystems.

Sie zeigt sich als Dauer-Alarm: enger Atem, ein zusammengezogener Körper, eingeschränkte Wahrnehmung.

In Feldenkrais® würden wir sagen: Wenn die Wahrnehmung kleiner wird, werden auch die Möglichkeiten kleiner.

 

Wie zeigt sich Angst in deinem Körper?

 

Feldenkrais® kann hier etwas tun, das sehr unpolitisch wirkt, und gleichzeitig hochpolitisch ist: Menschen wieder Boden unter sich spüren lassen.

Angst lähmt nicht, weil sie uns stoppt, sondern weil sie nur noch eine Spur sehen lässt.

Feldenkrais® öffnet Alternativen – nicht Mut erzwingen, sondern Wahlmöglichkeiten spürbar machen.

 

Wo spürst du gerade Boden unter dir – im wörtlichen oder übertragenen Sinn?

Was verändert sich, wenn du langsamer wirst, wenn du genauer wahrnimmst?

 

Angst verschwindet nicht durch Denken, sondern durch Sicherheit im Körper.

Wenn wir Atem, Gewicht oder Bewegung bewusst wahrnehmen, wächst Selbstwirksamkeit. Aus Erfahrung entsteht Vertrauen.

 

Was ist jetzt da, außer der Angst?

 

Vielleicht geht es im Umgang mit Angst weniger darum, furchtlos zu werden, als darum, uns selbst wieder so zu bewohnen, dass Angst uns nicht mehr vollständig definiert.

 

Wie könnte ein Umgang mit Angst aussehen, der dich begleitet, statt dich lähmt?

 

 

Food for thought!

Olivia

Kommentar schreiben

Kommentare: 0